Kunsttherapie
Aus Kunsttherapie und Maltherapie - Atelier im Farbraum - Malen in Winterthur Zuerich Schweiz
KSKV Konferenz der Schweizer Kunsttherapieverbände CASAT Conférence des Associations Suisses des Art-Thérapeutes Geschäftsstelle: rita.ruhstaller@bluewin.ch Luegetenstr. 13a 8840 Einsiedeln Telefon 055 422 29 05 Fax 055 422 29 06
Berufsbild KSKV
Diplomierte Kunsttherapeutin Diplomierter Kunsttherapeut
Der Beruf der Diplomierten Kunsttherapeutin, des Diplomierten Kunsttherapeuten umfasst verschiedene Fachbereiche und Methoden.
Das Berufsbild besteht dementsprechend aus einem Teil A, der das gesamte Arbeitsfeld charakterisiert sowie den fachspezifischen Berufsprofilen der einzelnen Fachbereiche B I - V. Ein Anhang nennt berufliche Kompetenzen.
Fachbereiche sind:
B I Intermediale Therapie B II Mal- und Gestaltungstherapie B III Musiktherapie B IV Sprach- und Dramatherapie B V Tanz- und Bewegungstherapie
A Kunsttherapie
A 1. Berufsbezeichnung
Diplomierte Kunsttherapeutin, Diplomierter Kunsttherapeut
A 2. Berufsprofil
Kunsttherapie setzt künstlerische Mittel jeglicher Art ein, um Menschen in Krankheits- oder Krisensituationen zu behandeln, in Veränderungsprozessen zu begleiten und zu unterstützen. Grundlage dieser Therapie ist der schöpferische Prozess.
Kunsttherapie fördert die Sinneswahrnehmung, die Wahrnehmung von inneren Vorgängen und die Kreativität. Sie entwickelt die Autonomie des Menschen, aktiviert Selbstheilungskräfte und unterstützt Wachstumsprozesse.
Ziel der Kunsttherapie ist die breite Ressourcenaktivierung und Förderung der Selbstregulation des Menschen auf geistiger, seelischer, körperlicher und sozialer Ebene. Die Mittel und Wirkungen der Kunst, die gestalterische Arbeit mit den sich im Krankheitsgeschehen und im künstlerischen Prozess darstellenden Phänomenen und die therapeutische Beziehung bilden die Grundlage der Therapie. Die Behandlung wird individuell abgestimmt auf die Persönlichkeit der Klienten und ihre Ressourcen, Bedingtheiten und Bedürfnisse. In der Behandlung werden jeweils die spezifischen Mittel und Wirkungen der einzelnen Fachbereiche eingesetzt.
A 3. Klientel
Die diplomierte Kunsttherapeutin, der diplomierte Kunsttherapeut begleitet und behandelt Menschen jeden Alters · in Übergangs- und Veränderungssituationen · in Krisensituationen · mit psychischen und körperlichen Störungen · mit Entwicklungsstörungen
A 4. Arbeitsfelder
Die diplomierte Kunsttherapeutin, der diplomierte Kunsttherapeut ist tätig · in Privatpraxen · in sozialen, pädagogischen und kulturellen Institutionen · in Einrichtungen des Gesundheitswesens
A 5. Beitrag zur Gesundheitsversorgung
Kunsttherapie ermöglicht eine erweiterte Diagnostik und Behandlung von psychischen und körperlichen Störungen. Je nach Arbeitsfeld ist sie eine eigenständige Therapieform oder sie ergänzt oder erweitert andere Behandlungsformen. Präventiv eingesetzt unterstützt die Kunsttherapie eine gesunde Entwicklung. Die diplomierte Kunsttherapeutin, der diplomierte Kunsttherapeut arbeitet in eigenständiger Verantwortung. Die Therapie erfolgt im Auftrag der Klientin, des Klienten auf ärztliche Verordnung oder auf Empfehlung von anderen Stellen.
A 6. Berufspraxis
1. Therapie
Die diplomierte Kunsttherapeutin, der diplomierte Kunsttherapeut · führt Therapien einzeln oder in Gruppen durch. · erfasst und versteht die Klientin, den Klienten als Person in ihrer Ganzheit im Zusammenhang ihres familiären, sozialen und gesellschaftlichen Umfeldes. · bezieht bei Bedarf das Umfeld der Klientin, des Klienten in die Behandlung mit ein. · übernimmt Verantwortung für die therapeutische Beziehung. · trifft Abmachungen mit der Klientin, dem Klienten über Rahmen und therapeutische Ziele. · setzt künstlerisch-therapeutische Mittel dementsprechend ein, interveniert und begleitet. · unterstützt die Integration der therapeutischen Erfahrung in den Alltag. · wertet das Therapiegeschehen aus und dokumentiert es.
2. Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Die diplomierte Kunsttherapeutin, der diplomierte Kunsttherapeut · integriert medizinische Diagnosen und Befunde. · koordiniert die Arbeit mit anderen Fachpersonen. · berichtet mündlich oder schriftlich über Therapieverläufe. · vermittelt und vertritt die kunsttherapeutische Arbeit gegenüber professionellen Bezugspersonen.
3. Organisation
Die diplomierte Kunsttherapeutin, der diplomierte Kunsttherapeut · organisiert Arbeitsabläufe selbst. · gestaltet und unterhält den Arbeitsort. · integriert sich in die Organisation des Arbeitsumfeldes. · sorgt für eine klare Gestaltung des finanziellen Rahmens.
4. Qualität
Die diplomierte Kunsttherapeutin, der diplomierte Kunsttherapeut · sorgt für eine hohe eigene Arbeitsqualität, überprüft und optimiert Strukturen, Prozesse und Ergebnisse. · stellt die Klientin und den Klienten und deren Bedürfnisse in den Mittelpunkt ihrer Bemühungen. · stellt ein effizientes und effektives Vorgehen sicher, handelt kostenbewusst. · steht in kontinuierlicher Supervision oder Intervision. · sorgt für eine konzeptuelle Gestaltung und Weiterentwicklung der eigenen Arbeit. · ist verantwortlich für die laufende persönliche künstlerische Auseinandersetzung und Weiterbildung. · bezieht den aktuellen Stand der Forschung in die Arbeit ein. · arbeitet nach ethischen Richtlinien.
5. Öffentlichkeitsarbeit
Die diplomierte Kunsttherapeutin, der diplomierte Kunsttherapeut · trägt bei zur Entwicklung des Berufsfeldes. · vertritt die Arbeit und das Berufsfeld in der Öffentlichkeit.
Es folgen die spezifischen Berufsbilder der verschiedenen Fachbereiche:
B I Intermediale Therapie B II Mal- und Gestaltungstherapie B III Musiktherapie B IV Sprach- und Dramatherapie B V Tanz- und Bewegungstherapie
B I Fachbereich Intermediale Therapie
B I 1. Berufsbezeichnung
Diplomierte Kunsttherapeutin, Diplomierter Kunsttherapeut Fachbereich Intermediale Therapie
B I 2. Berufsprofil
Intermediale Therapie setzt die Sprache der Künste (Bild, Ton, Musik, Bewegung, szenisches Spiel, dreidimensionales Gestalten, Performance, Neue Medien usw.) ein, um Menschen in Krisensituationen, Prävention, Rehabilitation und Gesundheitsförderung zu behandeln sowie in Veränderungsprozessen zu begleiten und zu unterstützen.
Zentraler Bestandteil des Fachbereiches ist das Angebot verschiedener künstlerischer Medien und deren Verbindung und Kombination. Es entstehen Werke, in denen sich spezifische Inhalte zeigen in Bezug zu Körper, Seele, Geist, Emotionen sowie soziokulturellen Beziehungen. Die therapeutische Beziehung wird um das künstlerische Werk zu einer Triade erweitert. Sprache ist ein wichtiges Mittel sowohl im künstlerischen Handeln wie auch im Verbalisieren und Reflektieren der Prozesse.
B I 3. Mittel und Methoden
Intermediale Therapie setzt verschiedene künstlerische Mittel ein. Der Medientransfer von einem Medium in ein anderes ist zentraler Bestandteil der Methode. Sowohl die Beziehung als auch der therapeutische Prozess werden durch die vielfältige Sprache der Künste bereichert und erweitert. Die Verschiedenheit der künstlerischen Medien ermöglicht neue Perspektiven und Sichtweisen sowie spezifische Begleitung der Klienten. Die lntermediale Therapie beruht, je nach Denktradition, auf diversen psychologischen und philosophischen Menschenbildern.
Die Intermediale Therapie berücksichtigt die Tatsache der verschiedenen Wahrnehmungsarten. Sie bietet Erfahrungen, Ausdruck und Anregung für alle Wahrnehmungsmodalitäten. In deren Verknüpfung wird der Mensch in seiner erweiterten Wahrnehmungsfähigkeit bestärkt und entsprechend in neue Handlungskompetenzen geführt. Diese bewirken eine Erweiterung von Ressourcen für Problemlösungen. B II Fachbereich Mal- und Gestaltungstherapie
B II 1. Berufsbezeichnung
Diplomierte Kunsttherapeutin, Diplomierter Kunsttherapeut Fachbereich Mal- und Gestaltungstherapie
B II 2. Berufsprofil
Das künstlerische Handeln, das Erarbeiten eines bildnerischen Werks, die Auseinandersetzung mit dem Material sind zentrale Bestandteile der Mal- und Gestaltungstherapie. Genauso wichtig ist die Bedeutung des entstandenen Werkes für die Klientin, der Bezug zu ihrem Körper, ihrem Seelenleben und ihrer Biographie. Die therapeutische Beziehung wird um das künstlerische Werk erweitert. Sprache ist ein wichtiges Mittel sowohl im künstlerischen Handeln wie auch im Verbalisieren und Reflektieren des Prozesses.
Mal- und Gestaltungstherapie ermöglicht einen bildhaften, sinnlichen Umgang mit Ressourcen, Problemen und Störungen. Sie fördert kreative Lösungsstrategien. Mal- und Gestaltungstherapie ruft Kräfte zu Veränderung und Wandlung hervor. In der Arbeit am Werk entdeckt und erlebt der Klient die eigene Gestaltungskraft und stärkt seine Fähigkeit, auf innere und äussere Umstände handelnd Einfluss zu nehmen. Dabei wird das Farb- und Formempfinden gefördert und eine bewusste Verbindung zwischen Werk und Klientin angeregt. Indem sich der Klient mit allen Aspekten seines Daseins „ins Bild setzt“, exploriert und reflektiert er sich selbst, gibt den Phänomenen seiner Existenz Bedeutung und Sinn. Gestaltung ermöglicht Erkenntnis. In der Bewusstwerdung und der gestaltenden Weiterarbeit an den Bild-prozessen wird die experimentierende Veränderung innerseelischer wie handlungs-bezogener Phänomene möglich. Dabei können Spiel- und Gestaltungsfreude, Lust an der Tätigkeit und an der Selbstwahrnehmung erlebt werden. Ressourcen jeglicher Art stehen im Mittelpunkt mal- und gestaltungstherapeutischer Arbeit. Gleichzeitig nimmt die Klientin exemplarisch mit der Aussenwelt Kontakt auf und setzt sich mit ihr auseinander. In der Konfrontation mit dem Werk werden die Konsequenzen des eigenen Handelns und der eigenen Haltungen erlebt. Mal- und Gestaltungstherapie wirkt auf körperliche, seelische und geistige Prozesse. Sie stärkt die Beziehungs- und Begegnungsfähigkeit.
B II 3. Mittel und Methoden
Mal- und Gestaltungstherapie setzt die Mittel der bildenden Kunst in der Therapie ein. Ergänzend können auch andere künstlerische Mittel eingesetzt werden. Die mal- und gestaltungstherapeutische Arbeit geschieht im Wechsel zwischen sinnlich-praktischem Tun einerseits und distanzierender visueller Wahrnehmung und fühlend-kognitiver Reflexion andererseits.
Mal- und Gestaltungstherapie beruht je nach therapeutischer Richtung und Methode auf den entsprechenden Hintergründen und Menschenbildern. Sie basiert auf einem Verständnis von Persönlichkeit und deren Entwicklung, einem Modell von Gesundheit und Krankheit und deren Entstehungsbedingungen. Die Mal- und Gestaltungstherapeutin, der Mal- und Gestaltungstherapeut arbeitet nach spezifischen Interventionslehren.
B III Fachbereich Musiktherapie
B III 1. Berufsbezeichnung
Diplomierte Kunsttherapeutin, Diplomierter Kunsttherapeut Fachbereich Musiktherapie
B III 2. Berufsprofil
„Musik drückt aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“ (Victor Hugo)
Das Anliegen der Musiktherapie ist es, Menschen mit Musik zu bewegen und dies zur Heilung einzusetzen. Über das Hören öffnet die Musik die Tür zum Innersten des Menschen. Als Kunst, die sich innerhalb der Zeit gestaltet, hat die Musik ein besonderes Verhältnis zur Entwicklung, zum Werden.
Musik ist in der Lage, die Sprache zu ergänzen oder zu ersetzen. Sie weckt Gefühle und kann diese zum Ausdruck bringen. Musik weckt Interesse und motiviert zu Kreativität, sie schafft Gemeinschaftsgefühl und Verbundenheit, sie aktiviert Bewegung, sie ist körperlich spürbar.
Durch die spielerischen Erfahrungen an Instrumenten, an der eigenen Stimme und im Umgang mit den musikalischen Elementen Melodie, Harmonie, Rhythmus wird ein therapeutisch-kreativer Prozess in Gang gebracht, welcher körperlich, seelisch und geistig stabilisierend, aufbauend und heilend wirkt. Musiktherapie fördert über das Hören die Sinneswahrnehmungen und deren Verarbeitung. Sie vertieft die musikalisch-seelische Erlebnis- und Ausdrucksfähigkeit. Beim Singen und Musizieren entdeckt und erlebt die Klientin die eigenen Ressourcen und stärkt die Fähigkeit, auf innere und äussere Umstände handelnd Einfluss zu nehmen. Imagination, Kreativität und innere Beweglichkeit werden gestärkt.
Musiktherapie ermöglicht über Rhythmen und Klänge einen sinnlichen Umgang mit Problemen, Störungen und Ressourcen. Sie mobilisiert Kräfte zu Veränderung und Wandlung. Die Klarheit und Objektivität der Musik hilft im therapeutischen Prozess zu ordnen, zu harmonisieren und zu stärken.
Musiktherapie ist ein prozesshaftes Geschehen, für dessen Verlauf die Beziehung zwischen Therapeut und Klientin von wesentlicher Bedeutung ist. Die Musik unterstützt, bzw. ermöglicht eine Kontaktaufnahme und macht Beziehungsgeschehen gestaltbar und sinnlich erfahrbar. Seelische Strukturen und Prozesse bilden sich im musikalischen Geschehen ab. Musik erlaubt dem Klienten, mit seinem persönlichen Wesenskern in Berührung zu kommen und den Zugang zu individuellen Ressourcen freizulegen.
B III 3. Mittel und Methoden
Musiktherapie setzt als künstlerisches Mittel die Musik ein.
Je nach therapeutischer Richtung und Methode beruht Musiktherapie auf verschiedenen Hintergründen und Menschenbildern. Sie basiert auf einem Verständnis von Persönlichkeit und deren Entwicklung, einem Modell von Gesundheit und Krankheit und deren Entstehungsbedingungen. Gemeinsam ist allen Methoden, dass – ausgehend von einer ausführlichen Diagnostik – musikalische Elemente mit spezifischer therapeutischer Absicht kontrolliert eingesetzt werden. Es wird unterschieden zwischen der so genannten Aktiven Musiktherapie und der Rezeptiven Musiktherapie.
Ausgangspunkt ist das Hervorbringen und die Gestaltung von Ton- oder Klangelementen auf der Grundlage einer individuellen und authentischen Aussage. Musiktherapie heilt mit Musik, Klang, Rhythmen, Stille. Nebst dem Gesang kommen verschiedene Musikinstrumente zur Anwendung. Sie sind leicht spielbar, erzeugen aber einen für die Klientin optimalen Klang.
B IV Fachbereich Sprache und Drama
B IV 1. Berufsbezeichnung
Diplomierte Kunsttherapeutin, Diplomierter Kunsttherapeut Fachbereich Sprach- und Dramatherapie
B IV 2. Berufsprofil
In der therapeutischen Arbeit mit Sprache und Drama werden in der spielerischen Auseinandersetzung mit sprachlichen, gestischen, szenischen und gestalterischen Mitteln therapeutische Prozesse in Gang gebracht. Der Umgang mit den künstlerischen Ressourcen der Therapeutischen Sprachgestaltung und der Dramatherapie eröffnet einen schöpferischen Prozess, welcher körperlich, seelisch und geistig stabilisierend, aufbauend und heilend wirkt.
Im Entdecken der Sprachgestaltung und des Dramas werden neue Einsichten und erweiterte Kenntnisse der eigenen Ressourcen und Wirkungen auf andere Menschen gewonnen. Die Spielfähigkeit wird angeregt und die sprachliche und leibliche Ausdrucksfähigkeit werden belebt und gekräftigt. Imagination, Kreativität und innere Beweglichkeit werden gestärkt. Die Klientin wird in ihrer Selbst- und Fremdwahrnehmung aktiviert. Das Veränderungs- und Entwicklungspotential wird dem Klienten besser zugänglich und erhöht. Sprache greift direkt regulierend auf die Atmung zu und korrigiert bzw. modifiziert gestörte Atemprozesse. Sie fördert die Sprach- und Sprechkompetenz auf allen Ebenen.
In Krankheits- und Krisensituationen, zur Prävention oder Rehabilitation fördert der therapeutische Prozess das Interesse für die Innen- und Aussenwelt, die Selbstreflexion und kreative Lösungsstrategien. In der therapeutischen Arbeit mit Sprache und Drama erleben Klienten Aspekte ihres Selbst neu und finden oder erfinden neue Möglichkeiten für eine eigenständige Lebensgestaltung.
B IV 3. Mittel und Methoden
Die therapeutische Arbeit mit Sprache und Drama wendet gezielt sprachliche, gestische, dramatische und gestalterische Mittel für therapeutische Zwecke an. In der Auseinandersetzung mit Sprache und Drama wird der Dialog zwischen Mensch und Kunstmittel therapeutisch eingesetzt, um selbstheilende und strukturierende Kräfte anzuregen, zu unterstützen oder zu erhalten. Im therapeutischen Prozess werden kommunikative, beziehungsorientierte sowie der Selbsterkenntnis und der Entwicklung von biographischer Kompetenz dienende Schritte evoziert. Mittels aktiver Selbstgestaltung werden pathologische Funktionen reguliert und ausgeglichen.
Die therapeutische Arbeit mit Sprache und Drama ist von den Konzepten der Theaterarbeit und Rezitation sowie vom Einsatz von Übungen, Texten und Metaphern wesentlich geprägt, deren theoretische Grundlagen verschiedenen Schulen entstammen (Anthroposophie, humanistische Psychologie, etc.). Mit dramatischen und sprachlichen Elementen wird eine imaginative Wirklichkeit gestaltet. Diese wird exploriert, durch das Empfinden erfahrbar gemacht und in einem künstlerisch-therapeutischen Prozess erweitert und verwandelt. Die imaginative Wirklichkeit entspricht einem Experimentierfeld, das einen sicheren Rahmen gibt und spielerisches Entdecken und Entfalten von neuen stimmlichen, sprachlichen, gestischen und dramatischen Ausdrucksmöglichkeiten erlaubt und fördert.
Sprache und Drama machen im künstlerisch-schöpferischen Prozess die leiblichen, seelischen und geistigen Kräfte, die im Menschen wirken, erleb- und sichtbar. Der Einsatz der therapeutischen Mittel erfolgt expressiv oder impressiv unter Anwendung von komplex aktivierenden, handlungs-, erlebnis- und erkenntnistheoretischen Verfahren.
Durch den Ausdruck von inneren Bildern und Emotionen mittels Sprache, Lauten und dramatisches Spiel werden Prozesse in ihrer Tiefe erkundet und transformiert und die emotionale und physische Integration von Veränderungen erreicht. Diese Veränderungen erstrecken sich auf die Rekonstitution einer gesunden Selbstregulation von Haltung, Atmung, Stimme und Artikulation.
B V Fachbereich Tanz- und Bewegungstherapie
B V 1. Berufsbezeichnung
Diplomierte Kunsttherapeutin, Diplomierter Kunsttherapeut Fachbereich Tanz- und Bewegungstherapie
B V 2. Berufsprofil
Tanz- und Bewegungstherapie arbeitet mit dem physischen, emotionalen und subtilen Körper, um den Menschen in Krankheits- oder Krisensituationen zu behandeln, in Veränderungsprozessen zu begleiten und zu unterstützen.
Das unmittelbare Erleben bildet die Grundlage für eine Auseinandersetzung mit sich selbst, den Beziehungs- und Verhaltensmustern und den Ressourcen, die sich in jedem Moment aktualisieren. Die therapeutische Beziehung hat dabei einen modellartigen Charakter. Das Verbalisieren und Reflektieren des therapeutischen Prozesses bilden die Verbindung zu Handlung und Alltag.
Erweiterung der Bewegungsmöglichkeiten, Differenzierung der Wahrnehmung, Körperarbeit, Improvisation und Gestaltung, präverbale, nonverbale und verbale Kommunikation, die Auseinandersetzung im und mit dem physischen, emotionalen und subtilen Körper sind zentrale Bestandteile der Tanz- und Bewegungstherapie. Sie wirkt aufbauend und anregend oder strukturierend und begrenzend.
Die Wahrnehmung von inneren Vorgängen und das Zulassen der daraus entstehenden Impulse schafft im Menschen das Bewusstsein seiner Lebenskräfte. Dies ermöglicht einen erfahrungsorientierten, sinnlichen Umgang mit seinen Problemen und Krankheiten und fördert damit seine Handlungsfähigkeit und Kreativität.
Die Erfahrung und das Bewusstsein für Veränderung und Wandlung stabilisieren das Selbstwertgefühl und stärken das Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten und schaffen die Fähigkeit, auf innere und äussere Umstände handelnd Einfluss zu nehmen. Tanz- und Bewegungstherapie wirken auf körperliche, seelische und geistige Prozesse und führen sie in eine gesunde Dynamik zurück.
B V 3. Mittel und Methoden
Tanz- und Bewegungstherapie setzt verschiedene allgemeine und spezielle therapeutische Methoden ein, je nach dem individuellen Bedürfnis und den Lebensumständen der Klienten. Begleitend können auch andere künstlerische Mittel eingesetzt werden.
Tanz- und Bewegungstherapie beruht je nach therapeutischer Ausbildung auf verschiedenen Hintergründen und Menschenbildern. Sie basiert auf einem Verständnis von Persönlichkeit und deren Entwicklung, einem Modell von Gesundheit und Krankheit und deren Entstehungsbedingungen. Die Tanz- und Bewegungstherapeutin, der Tanz- und Bewegungstherapeut arbeitet nach spezifischen Interventionslehren.
Juni 2005
KSKV Arbeitsgruppe Berufsbild im Auftrag der Konferenz schweizerischer Kunsttherapie Verbände als Grundlage zur Einrichtung einer Höheren Fachprüfung in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bildung und Technik BBT.
Es ist ein Berufsbild für das Ausbildungsniveau der Höheren Fachprüfung und für andere Abschlussniveaus nur beschränkt zutreffend.

